05Jun

Worte des Vereinigungsleiters 03/2018

Für die Delegiertenkonferenzen werden jedes Jahr auch statistische Berichte in Bezug zu unseren deutschen Gemeinden vorbereitet. Leicht kann man diese Berichte mit den vielen Zahlen als trockene Daten abtun, vielleicht mit dem Argument, dass Gemeindearbeit nichts mit Zahlen zu tun hat, sondern ausschließlich mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Dieses trifft aber nur zum Teil zu. Statistische Daten können uns viele wertvolle und aufschlussreiche Informationen
über unsere Gemeindearbeit geben.

Wenn wir einmal die statistischen Daten der sieben Vereinigungsgemeinden von den letzten 10 Jahren beobachten, dann erkennen wir, dass wir ein langsames, aber beständiges Wachstum verzeichnet haben. Dafür können wir sehr dankbar sein. Im Jahre 2008 hatten wir in unseren sieben Gemeinden 1.895 Glieder. Ende 2017 waren es 2.106. Auffallend ist aber, dass das Wachstum in den letzten drei Jahren nur minimal gewesen ist. Während wir Ende 2015 eine totale Gliederzahl von 2.096 hatten, zählten die sieben Gemeinden der Vereinigung Ende 2017 eine totale Gliederzahl von 2.106, d.h. in drei Jahren hatten wir ein Wachstum von 10 Gemeindegliedern.

Wenn man diese Daten liest, dann fragt man sich unwillkürlich, welches die Gründe für das schwache Wachstum der letzten drei Jahre sein könnten?

• Sind unsere Familien so klein geworden, dass wir nicht mehr so viele Jugendliche taufen können? (Tatsache ist, dass wir 2008 in unseren Gemeinden 579 Jugendliche im Alter von 13 bis 30 Jahren hatten und 2017 waren es 605. 2008 hatten wir 229 ungetaufte Jugendliche, 2017 waren es 274).

• Erreichen wir durch unsere Gemeindearbeit nicht mehr die jungen Leute?

• Sind unsere MB Gemeinden unattraktiv geworden?

• Sind unsere evangelistischen Anstrengungen zu schwach?

• Verlassen wir uns zu sehr auf unsere altbewährten Strukturen, statt neue Wege zu gehen?

Es gibt ganz sicher keine einfachen und allgemein gültigen Antworten zu diesen Fragen. Es ist aber wichtig, dass wir diese Fragen immer wieder auch aus der Perspektive unseres Auftrages her analysieren. In Apostelgeschichte 1,8 werden wir aufgefordert, durch die Kraft des Heiligen Geistes in Jerusalem, Judäa, Samarien und bis an das Ende der Erde Zeugen Jesu Christi zu sein. Durch unsere gemeinsame Arbeit in der Vereinigung konzentrieren wir uns eher auf Judäa und Samarien. Jede Gemeinde der Vereinigung hat auch mehrere Missionsgemeinden, wo viele Geschwister stark engagiert sind. Wie sieht es aber mit unserem Jerusalem aus? Investieren wir genauso viel Zeit und Energie in unser Jerusalem?

Als deutsche Gemeinden haben wir, im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden in Paraguay, erstklassige Einrichtungen. Wie können wir diese Einrichtungen noch viel mehr brauchen, um Menschen zu Christus und zu seiner Gemeinde zu bringen? Vielleicht sollten wir noch mehr und immer wieder auch gemeinsam darüber nachdenken und sprechen, wie wir in unseren eigenen Gemeinschaften dem evangelistischen Auftrag nachkommen können. Als Gemeinden brauchen wir beides: Wir brauchen eine starke missionarische Arbeit nach außen, aber genauso stark muss der evangelistische Einsatz auch in unserer eigenen Gemeinschaft sein.

Theodor Unruh
Vereinigungsleiter

 

Dieser Artikel wurde entnommen aus der Mai-Juni Ausgabe der Zeitschrift Gemeinde unter dem Kreuz des Südens (GuKS) welche herausgegeben wird von der Vereinigung der Mennoniten Brüder Gemeinden Paraguays. HIER können sie die ganze Ausgabe lesen.