09Mar

Jugendarbeit 2017

MBG Filadelfia – Mario und Christine mit Esteban Enns
Wir brauchen die Herausforderung der jungen Generation, sonst würden uns die Füße einschlafen (Willy Brandt).
Dieses Zitat bringt ein wenig zum Ausdruck, was Jugendarbeit so alles mit sich bringt. Zum einen ist es ein Motor der viel in Bewegung bringen kann. Zum anderen aber hat jede Bewegung mit Reibung zu tun (ob Auto, Fahrrad, Motorrad, Flugzeug, Schiff, oder zu Fuss, immer entsteht Reibung). Beides erleben wir in der Gemeinde und das stellt die Herausforderung dar.
In der MBG Filadelfia wollen wir erreichen, dass Jugendliche bei jedem Event eine Begegnung mit Gott haben, anstatt nur ein Programm zu besuchen. Es ist unser Anliegen, dass echter, tiefgehender Glaube entstehen und wachsen kann. Deshalb investieren wir auch viel in missionarische Erfahrungen, denn das ist ja schließlich unser Auftrag als Gemeinde. Und unser Glaube muss ja auch mehr sein als Theorie oder eine private Beziehung. Ein anderer Schwerpunkt ist die Stärkung der Jugendlichen. Dazu haben wir unter anderem unsere Bibelschule Beröa innerhalb der Gemeinde gestartet. Inmitten vieler Informationen ist es uns wichtig, dass Jugendliche feste Nahrung kriegen um prüfen zu können.
Herausforderungen die wir immer wieder erleben sind:
– Wie kann man inmitten vieler Angebote, Jugendevents mit tiefen und attraktiven Inhalten anbieten und gestalten?
– Wie erreicht man, dass Jugendliche nicht von dem Wohlstand und der Gemütlichkeit in eine geistliche „Behinderung“ fallen?
– Eine weitere Herausforderung ist, dass Jugendliche genauso begeistert von Gemeinde sind wie von der Jugendgruppe.
Was stimmt dankbar:
– Zu sehen wie Gott im Leben von Jugendlichen immer noch wirkt.
– Dass die Gemeinde meistens offen ist für schräge Ideen, die unter Jugendlichen immer wieder aufkommen.
– Für Eltern, die ein vorbildliches Christsein vorleben. Denn das steckt an und Jugendliche machen dann voll mit in der Jugendarbeit.
Immer wieder kommen wir an den Punkt, dass wir erkennen, dass es Gottes Gnade ist, die alles Gelingen schenkt. Nicht unser Können oder unsere Leistung. Deshalb sagen wir, Gott die Ehre!

MBG Neuland – Leon und Sylvia Bleeker mit Kindern
Vor einem Jahr sind wir als Jugendleiter eingestiegen. In der Zeit davor haben verschiedene Begebenheiten und Gespräche mich darauf vorbereitet, aber ich fragte mich doch immer wieder, ob es wirklich so sein sollte, weil mit 40 Jahren wird man doch nicht noch mal Jugendleiter! Nachdem ich aber mit Sylvia darüber gesprochen habe und sie auch füllte, dass es Gottes Wille sei, waren wir bereit für die Herrausforderung und den Dienst. Ich weiß noch genau wie ich mit gemischten Gefüllen zur Jugendfreizeit gefahren bin, aber die Jugendlichen gaben mir sehr bald das Gefühl, dass ich noch ganz willkommen war in ihrer Mitte. Nach einem Jahr haben wir uns nun als Jugendleiter und auch als Familie wieder gut eingelebt in dieser Arbeit. Durch das Jahr haben wir viele verschiedene Programme und Aktivitäten mit dem Jugendkomitee geplant. Zu Beginn des Jahres hatten wir als Jugendkomitee einen Rüsttag, wo ich ihnen meinen Leitvers für das Jahr mitteilte. 2 Petrus 1,12-13: …..”troztdem halte ich es für meine Pflicht, euch immer wieder daran zu erinnern und euch wach zu halten, solange ich lebe.” Mir ist es bewusst, dass wir diesen Dienst für die Jugend und die Gemeinde eines Tages vor Gott verantworten müssen. Es stimmt mich immer wieder froh, wenn Jugendliche bereit sind zur Mitarbeit. Ein Jugendleiter ist nur so stark wie sein Team! Wir bedanken uns für die Gebete und das Vertrauen der Gemeinde!

MBG Blumental – Roland Paul Dürksen
Jugendarbeit beinhaltet viel Aktion, Zusammenarbeit mit energiegeladenen Leuten, viel Abwechslung, Ausflüge, Jugendstunden, Bibelstunden, persönliche Gespräche, Fahrten usw. Es ist ein Vorrecht, in der Jugendarbeit mitzumachen, aber zur selben Zeit ist es eine Herausforderung und Verantwortung. Wir bekommen die Gelegenheit, junge Menschen zu formen, sie in der Nachfolge Jesu zu begleiten und zu unterstützen.
Schwerpunkt unserer Jugendarbeit ist, geistliche, aber zur selben Zeit auch persönlich orientierte Aktivitäten für die Jugendlichen anzubieten. Natürlich wird dieses nach Möglichkeit abwechslungsreich gestaltet: Jugendstunden in der Kirche, Jugendstunden im Freien, lockere Spielabende, Ausflüge, Missionseinsätze, Bibelstunden in Kleingruppen usw. Jede Aktivität soll Raum schaffen für Begegnung mit Gott und dem Nächsten. Etwas, das ich jedoch immer wieder bei uns beobachte ist, dass wir im Eifer die Events gut planen und danach möglichst planmäßig durchführen, oft aber vergessen, uns Zeit zu nehmen für die einzelnen Personen. Jugendliche, die nicht so leicht den Anschluss finden oder neu in der Gruppe sind, können so leicht übersehen werden. In diesem Bereich können wir noch dazulernen: Uns Zeit nehmen für den Einzelnen, auch wenn es bedeuten könnte, dass die Jugendstunde dann um 9:03 anfängt anstatt um 9:00. Sollte es nicht in erster Linie um die Menschen gehen und nicht nur um einen perfekten Programmablauf?
Seit 2016 machen wir als Jugendgruppe wieder monatlich Missionseinsätze in einer Indianersiedlung. Auch haben wir schon zweimal die „Semana de Servicio“ geplant und gemeinsam mit einer Gruppe Studenten des IBA durchgeführt. Mission soll ein Schwerpunkt der Jugendarbeit sein.
Nach 4 Jahren in der Jugendleitung habe ich aus persönlichen Gründen den Antrag an die Gemeinde gestellt, die Jugendleitung abzugeben. Der Antrag wurde angenommen und man ist schon im Gespräch mit einem Ehepaar, welches die Jugendleitung übernehmen wird. Ich habe in diesen 4 Jahren viel dazulernen können und habe immer wieder Gottes Güte und Segen erfahren. Gott zu dienen ist etwas Wunderbares, ganz besonders Freude hat es mir gemacht, dieses in der Jugendarbeit machen zu dürfen.

MBG Concordia – Jonas Bergen
Hallo! Ich bin Jonas Bergen und leite seit diesem Jahr die Jugendarbeit in der MBG Concordia. Diese Gemeinde ist für mich ein großer Segen. Gott hat diese Gemeinde gebraucht, um mich und viele andere Menschen im Glaubensleben zu begleiten. Ich bin überzeugt, dass unser guter Herr die Jugendarbeit in den Gemeinden gebrauchen kann, um sein Reich zu bauen. Dieses habe ich so erlebt und jetzt habe ich das Vorrecht, diese Arbeit mit Gottes Hilfe und einem wunderbaren Team zu tun.
Unser Jahresthema für 2017 heißt: “Cuida tu corazón”. Dieses Thema basiert auf Sprüche 4,23, wo es heißt: “Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.” Auch wollen wir in diesem Jahr den Kolosserbrief anhand eines Hauskreismaterials studieren, um zu erkennen, was ER uns offenbaren möchte.
Von der Leitung aus ist es uns sehr wichtig, die Jugendarbeit nicht nur auf die Jugendstunden zu reduzieren, die wir zweimal im Monat haben. Auch durch stabile und aufbauende Hauskreise, wird das geistliche Wachstum gefördert.
Jugendstunden, Hauskreise und andere Jugendaktivitäten, so wie z.B. Fußball, Volleyball und Gemeinschaft am Sonntag Nachmittag sollen Orte sein, wo die Jugendlichen wachsen, Gelegenheit zum Dienen haben und vor allem eine heilende Gemeinschaft erleben können.
All dieses wollen wir tun, um Gott die Ehre zu geben, denn ihm gebührt alle Ehre. Aber bei all diesem wollen wir unseren Nächsten nicht vergessen. Mein Wunsch ist es, dass wir unseren Nächsten lieben, so wie Jesus es uns vorgelebt und beauftragt hat. Auch ist es mir ein Anliegen, dass wir in unserem alltäglichen Leben darauf achten. Wir wollen uns vom Herrn gebrauchen lassen, um neue Personen einzuladen, damit auch sie dieses Vorrecht haben: Jesus kennenzulernen und für ihn zu leben.

OST MBG Filadelfia – Kenny Goossen
“Wie kann ein junger Mann (oder junge Frau) seinen (ihren) Weg unsträflich gehen? Wenn er (sie) sich hält an Gottes Wort”. (Psalm 119,9).

Der Psalmist ist sich dieser Wahrheit bewusst: Sich an Gottes Wort zu halten ist die einzige Möglichkeit, ein erfülltes und Gott wohlgefälliges Leben zu führen, und dieses schon in jungen Jahren. Wie hält man sich an Gottes Wort? Indem man es liest, studiert und es sich zu eigen macht. Hier sind wir auch schon im Kern der Herausforderung angekommen, die die Jugendarbeit mit sich bringt. Wie schafft man es, das Interesse an Gemeinde und Glauben zu vermitteln, inmitten von Überangeboten, die den Jugendlichen heute zu Füßen liegen? Als Jugendkomitee haben wir uns in den letzten zwei Jahren das Motto gesetzt: „Always be with Jesus“ (Überall mit Jesus). Die Themen auf den monatlichen Jugendstunden orientierten sich an diesem Motto. Es sind zum Teil die organisierten Jugendstunden, die als Ziel das geistliche Wachstum haben, aber besonders dankbar sind wir für die Gelegenheit, regelmäßige Missionseinsätze in Pozo Colorado machen zu können, wo wir besonders Kindern die frohe Botschaft von Jesus verkünden dürfen. Rückblickend kann ich sagen, dass diese Einsätze die Jugendlichen am nachhaltigsten prägen und es Evangelium zum „anfassen“ ist.

Nach wie vor wächst die Herausforderung, den jungen Leuten persönlich auf Augenhöhe zu begegnen. Dieses ist die Sprache der jungen Generation. Vernachlässigt man dieses Detail, bringt das bestorganisierte Programm nur wenig. Es sind oft die kleinen Dinge und Aufmerksamkeiten, die Großes bewirken. Hier ist es besonders wichtig, dass die ganze Gemeinde sich dieser Aufgabe widmet und es nicht an die Verantwortlichen der Gemeinde „abgibt“. Nachhaltige Jugendarbeit ist Aufgabe der ganzen Gemeinde. Ich stehe nun am Anfang des dritten Jahres als Jugendleiter und bin dankbar, dass besonders die Gemeindeleitung und auch der Gemeinderat voll hinter mir stehen. Mein Gebet ist es, dass das Jugendjahr 2017 ein Segen sein kann, sowohl auf Gemeinde- als auch auf Vereinigungsebene.

MBG Volendam – Robert & Siegried Klassen
Als MBG Volendam machen wir die Jugendarbeit zusammen mit der MG. In diesem Jahr lautet unsere Vision: Eine Jugendarbeit, die die Beziehung aller Jugendlichen zu Jesus vertieft, indem gegenseitige Annahme und verantwortliche Integration gefördert wird.

Eine Gelegenheit, um diese Vision zu vertiefen, war die Freizeit im Januar. Wir hatten etwa 50 Anmeldungen. Es war eine gute Erfahrung, da es ungefähr doppelt so viele Jugendliche waren, wie sonst bei der Jugendstunde mitmachen. Dieses hat aber auch damit zu tun, dass die Studenten während des Jahres nicht in der Kolonie sind.
Der Redner für die Freizeit war Sichard Hiebert aus Loma Plata. Er hatte folgende Themen aus der Vision abgeleitet:
1. Das wertvollste Geschenk der Weltgeschichte
2. Pflege der besten Freundschaftsbeziehung
3. Kampf gegen den Individualismus
4. Die wichtigsten News für alle Medien
5. Ein Ort für alles
Es war viel Lehrreiches auf der Freizeit und Jesus hat uns bewahrt. Wir hatten keinen Krankenfall, und das, obwohl wir mit Autos und einem Combi bis Rancho Kokonto in Luque fuhren.
Es stimmt uns froh und dankbar, dass die Jugend so gut mitmacht. Eine Herausforderung ist, zu sehen, wie die junge Generation ihre Sorgen mit Handy und anderen (modernen) Sachen hat und versuchen weise in diesem Thema zu leiten/beraten.

MBG Friesland – Stefan & Marisa Wiens, mit Lisa
In Friesland läuft die Jugendarbeit etwas anders als in den meisten Gemeinden, nämlich in Zusammenarbeit mit der Mennoniten Gemeinde. Folglich haben wir eine Jugendarbeit in der Kolonie, unter der Leitung von zwei Jugendleiterehepaaren. Das Jugendkomitee besteht aus 4 Jugendlichen (2 aus jeder Gemeinde) und den Leiterehepaaren. Hier ein statistischer Einblick: in Total hat Friesland 118 Jugendliche (von 15 bis 30 Jahre); davon lebt beinahe die Hälfte (42%) auswärts, studien- oder arbeitshalber. Unsere Gemeinde (MBG) zählt 34 Jugendliche.
Zu den regulären Programmen gehören: die Jugendstunden an jedem Freitag (u.a. Vortrag, Hauskreis, Filmabend, Sozialer Abend oder Bibelarbeit) und an jedem Mittwochabend gibt es eine Gebetstunde.
Das Motto für das Jahr 2017 ist: „Personajes como tú y yo“, in Verbindung mit dem Bibelvers aus Jeremia 1,7: „Sage nicht: Ich bin zu jung… Du sollst hingehen, wohin ich dich sende, und sagen, was ich dir auftrage.“ (Neues Leben Übersetzung). Durch die verschiedenen Persönlichkeiten der Bibel möchten wir Gott besser kennenlernen und sehen, wo Er uns gebrauchen will.
Eine Herausforderung, die wir sehen, ist, es immer klar zu haben, welches Ziel wir in der Jugendarbeit haben, nämlich, dass Gott der Mittelpunkt bleibt. Dieses ist besonders bei der Planung und Durchführung von Programmen wichtig. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir eine „Programm“ oder „Aktion“ Gruppe sind, anders gesagt, dass Spaß und Aktion zu haben der Mittelpunkt ist. Weiter wurde uns bewusst, dass es wichtig ist, Jugendliche zu Jesu Nachfolgern zu machen. Leider passiert es manchmal, dass Jugendliche durch intensive Begleitarbeit „abhängig“ vom Jugendleiter werden. Daher ist es bedeutend, dass Jesus der Mittelpunkt bleibt.
Wir persönlich mussten im letzten Jahr unseren Arbeitsrhythmus etwas ändern, da im Juli vergangenen Jahres unsere Tochter Lisa geboren wurde, welche viel Freude ins Heim brachte. Dadurch wurde besonders für Marisa die Beteiligung an den Programmen etwas schwieriger. Wir sind Gott dankbar für Beistand und Kraft in der Arbeit, die uns sehr am Herzen liegt und auch für die Unterstützung der Gemeinde.