04Jul

«Ministerio Español» in unseren Gemeinden

MBG Concordia

Einen Gruß an alle GuKs-Leser.

Das „Ministerio IHM-Concordia“ fing im April 2016 mit dem Ziel, Gottesdienste und Jüngerschaftsprogramme in Spanisch anzubieten, an. Schon lange Zeit dachte die Gemeinde darüber nach, einen Raum zu schaffen, wo erstens, die geistliche Bildung der Mitglieder und Teilnehmer der Concordiagemeinde, die nicht Deutsch sprechen gefördert werden sollte. Und wo zweitens die Gelegenheit geboten werden sollte, spanischsprechende Kontakte und geliebte Personen zur Gemeinde  einzuladen. Momentan versammeln sich jeden Sonntag im Durchschnitt zwischen 40-60 Personen.

Die Aktivitäten, die wir jetzt anbieten sind:

  • Gottesdienste: Sonntag um 10:45 Uhr. Es sind Treffen um anzubeten, zu beten und Gottes Wort zu hören.
  • Grupos de crecimiento: Samstag um 16:00 Uhr. Hier handelt es sich um Treffen, wo die Gemeinschaft gepflegt werden soll, wo wir miteinander nachdenken und beten wollen.
  • Grupos de discipulado: Sonntag um 9:00 Uhr. Es ist eine Zeit für die geistliche und doktrinale Bildung/Formung.

Im Gespräch mit Mitarbeitern und Teilnehmern fallen zwei Aspekte auf, die besonders geschätzt werden. Erstens sind es biblisch- relevante Predigten und zweitens die gemeinschaftliche Atmosphäre. Aus diesem Grund glaube ich, dass die wiedertäuferische Vision (Harold Bender) in unserer heutigen Spiritualität sehr passend ist: Christentum als Nachfolge; Gemeinde als brüderliche Gemeinschaft und die Ethik der Liebe und des Friedens.

Logischerweise bringt ein multikulturelles Unternehmen in solchem Ausmaß auch viele Herausforderungen mit sich. Einerseits haben wir die interne Herausforderung, Brücken zur Integration zwischen beiden Kulturen zu bauen. Andererseits haben wir die externe Herausforderung, evangelistische Strategien zu entwickeln, um Personen zu erreichen, die eine Verbindung zu Mitgliedern der Gemeinde haben. All dieses fordert die Teilnahme und den Einsatz der ganzen Gemeinde.

In diesem Sinne möchte ich den Einsatz der verschiedenen Teams der Gemeinde (Gemeinderat, Predigerrat, Worshipteam, Sonidistas, Jugendteam, usw) anerkennen und meinen Dank aussprechen. Ich fühle mich in diesem Dienst von den Leitern gestützt und unterstützt. Ein schönes, multikulturelles Erlebnis war unser Gemeindeausflug im vergangenen  Mai. Da durften wir gemeinsam singen, Zeugnisse mitteilen und die Predigt in Deutsch und Spanisch hören. Zusätzlich war es angenehm, die Zusammengehörigkeit in der freien Zeit zu genießen.

Abschließend ist mir eines klar: Das „ministerio español“ ist Teil der MBG-Concordia. Persönlich sehe ich unsere Lokalgemeinde wie ein großes Mosaik aus verschiedenen bunten Elementen (Jugend, Royal Rangers, Frauen in Kontakt, Männerarbeit… und Ministerio Español). Jedoch alle zusammen formen wir einen einzigen Leib, geeinigt durch einen einzigen Glauben an einen einzigen Herrn. Es ist unsere Aufgabe, uns für die Einheit des Geistes mittels des Band des Friedens einzusetzen (Eph. 3:3-6). Gott gebe uns Weisheit, Liebe und die Kraft, seine Mission zu erfüllen.

Grüsse und Gottes Segen. Leroy Toews, Coordinador Ministerio Español MBG Concordia

Ost MBG Filadelfia

Als leitende Mitarbeiter der Filadelfia Ost MBG formulierten wir 2013 folgendes Leitbild für unsere Gemeinde: „Als Gemeinde wollen wir im interkulturellen Umfeld barmherzige, echte und dynamische Nachfolger Jesu sein.“ In diesem Leitbild war auch die Strategie enthalten, spanische Gottesdienste anzubieten, und zwar aufgrund der positiven Erfahrungen, die wir bereits seit 2010 in Zusammenarbeit mit der MBG Filadelfia gesammelt haben. Im Jahr 2015 und 2016 führten wir dann monatlich einen spanischen Gottesdienst im Esssaal der Gemeinde durch und seit diesem Jahr sind es zwei monatliche Gottesdienste in der Kirche.

Dabei stehen drei wichtige Ziele im Blickfeld:

  1. Wir wollen die Geschwister unserer Gemeinde, die nicht Deutsch sprechen, in ihrem geistlichen Wachstum unterstützen.
  2. Wir wollen den Geschwistern unserer Gemeinde, die Deutsch sprechen, eine Gelegenheit anbieten, ihre spanischsprachigen Freunde, Kollegen und Verwandte zu einem Gottesdienst einzuladen und sich selbst darin zu üben, in spanischer Sprache über den Glauben zu reden.
  3. Wir wollen spanischsprachige Personen in unserem Umfeld erreichen, die einen Hunger und Durst nach dem Evangelium haben und ein geistliches Zuhause suchen.

Um diese Ziele zu erreichen, haben wir ein interkulturelles Leitungsteam zur Planung und Gestaltung der Gottesdienste gegründet. In der Praxis der Gottesdienstplanung orientieren wir uns an dem Prinzip, dass es in diesen Gottesdiensten zu einer Kombination von „Latinoliturgie“ (sprich „Alabanza“ bzw. „Adoración“) einerseits, und zu einer ausführlichen Auslegungspredigt im Sinn unserer deutschmennonitischen Gemeindeerfahrung andererseits kommt. Zusätzlich zu den Gottesdiensten gibt es Sonntagsschule für die Kinder und während der Woche Bibelstudium in Hauskreisen. Im kommenden Jahr soll zusätzlich die pastorale Betreuung durch Hausbesuche und Seelsorgeangebote ausgebaut werden.

Im Rahmen der Gemeindeleitung streben wir nicht an, aus dieser Gruppe in Zukunft eine eigene Gemeinde entstehen zu lassen. Unsere Vorstellung geht eher in die Richtung, zwei sprachlich und kulturell unterschiedliche Gottesdienste unter einem Gemeindedach zu gestalten, wobei sich diese beiden Gruppen gegenseitig bereichern und eine Gemeinde bilden. Momentan üben wir uns darin, die Tererégemeinschaft in der Pause zwischen dem deutschen und dem spanischen Gottesdienst als freundschaftliche Begegnung zu gestalten.

Das Projekt ist noch zu neu, um die Ergebnisse jetzt schon genau zu bewerten. Tatsache ist aber, dass durch diese spanischen Gottesdienste in der Filadelfia-Ost MBG Personen in unsere Veranstaltungen kommen, die wir bisher noch nie auf unserem Gemeindehof gesehen haben. Tatsache ist auch, dass die erste Begeisterung bei einer Gruppe von Latinofreunden groß ist; dass die Sitzungen des Planungsteams manchmal recht lang sind, da nicht alles so selbstverständlich ist wie bisher und dass auch einige unserer Geschwister sich an diese neue Art, missionale Gemeinde zu sein, gewöhnen müssen.

Heinz Dieter Giesbrecht, Leiter des Planungsteams, Culto Español Ost MBG

MBG Friesland

In Friesland arbeiten wir nach dem Modell von monatlich zwei Gemeindesonntagen (1° und 3°) und zwei Bezirksonntagen (2° und 4°). Die K.f.K nahm die Gelegenheit wahr und entschloss sich 2006 mit spanischen Gottesdiensten am Bezirksonntag zu beginnen. Wir (Esteban und Dorothea) hatten das Vorrecht, diese Gottesdienste anzuleiten, ohne jedoch zu wissen, wie die Leute darauf reagieren würden. Zu der Zeit gab es mehrere Mischehen, Lateinparaguayer- und portugiesisch sprachige Familien. Jedoch nur wenige von dieser Gruppe waren Mitglieder der Gemeinden in Friesland.

Nach einigen Jahren hatte Gott wunderbar gewirkt und die Gruppe war gewachsen. Es bestand ein Komitee aus diesen Familien, welches in der Organisation der Gottesdienste, Ehefreizeiten und anderer Events mitarbeitete. Gegenwärtig leiten Marcos und Leticia Gallardo diese Arbeit schon über sechs Jahre in Zusammenarbeit mit einem Komitee, das aus beiden Gemeinden Frieslands besteht. Es ist geplant, dass Gallardos diese Gottesdienste bis 2020 leiten.

Als MBG haben wir uns dieses Jahr vorgenommen, insgesamt vier spanische Gottesdienste durchzuführen. Diese sollen an den Gemeindesonntagen stattfinden, immer wenn der Monat fünf Sonntage hat. Schätzungsweise sind 20% der aktuellen Gemeindefamilie in der Situation, wo mindestens ein Familienmitglied Spanisch oder Portugiesisch spricht. Daher machen wir am Gemeindesonntag simultane Übersetzung. Hin und wieder werden spanische Lieder im deutschen Gottesdienst integriert. Die offizielle und meistgebrauchte Sprache ist Deutsch, jedoch Plattdeutsch und Spanisch sind in den Zeugnissen, Bekanntgaben und Beiträgen in den Versammlungen üblich.

In Bezug auf die spanische Gruppe haben wir als Vorstand zwei konkrete Schritte im Mai unternommen, um eine genauere Richtung für die nächsten Jahre anzustreben. Erstens haben wir uns mit der spanischen Gruppe versammelt, um ihre aktuelle Situation zu sehen und sie zu befragen, ob sie gern Teil einer neuen spanischen Gemeinde wären. Zweitens haben wir dieses Thema ausführlich auf einer Gemeindestunde der MBG behandelt. Wohltuend war es zu hören, dass die Spanisch sprechenden Mitglieder sich trotz der Herausforderung in Bezug auf die Sprache, sehr wohl fühlen. Ebenso zeigten mehrere Deutsch sprechende Mitglieder Offenheit gegenüber Gottesdiensten in einer anderen Sprache und einem anderen Stil sowie auch die vermehrte Mitarbeit von Spanisch/Portugiesich sprechenden Personen/Familien. Wir sind uns noch nicht sicher, welches Gottes Weg für uns als Gemeinde ist. Jedoch glauben wir, dass wir klare Entscheidungen treffen müssen, um bewusst auf ein Ziel hin zu gehen.

Mehrere Mitglieder machen Jüngerschaftsschulung mit Spanisch sprechenden Personen oder Ehen. Wir überlegen, ob es sinnvoller wäre, eine spanische Gemeinde zu gründen oder dieser Sprachgruppe mehr Raum in der deutschprachigen MBG zu geben. Beide Wege fordern bewussten Einsatz und beinhalten ein gewisses Risiko.

Wir wollen verstehen, welches Gottes Absicht war, uns in diese Situation und Zeit zu führen, damit wir seinen Plan erkennnen und danach arbeiten. Wir beten darum, dass dieses geschehen mag.

Esteban y Dorothea Dietrich mit Daniel

Gemeindeleitergehilfe MBG Friesland

MBG Volendam

1. Kor. 1:23 „wir aber predigen den gekreuzigten Christus…“

Die Pioniere unserer Gemeinde haben diesen Vers aus 1. Kor. 1:23 als Wandvers für unsere Kirche gewählt. Er hat in all den Jahren die Gemeinde geprägt und uns motiviert, das Evangelium in unserer Kirche und durch die Missionsarbeit in unseren Nachbardörfern zu predigen.

Da wir eine kleine Gemeinde sind, haben wir uns in den letzten Jahren gefragt: „Haben wir in Volendam einen bestimmten Auftrag? Wenn ja, welches ist unser Auftrag von Gott in unserer Gesellschaft?“ Als Gemeinde haben wir mehrere Rüstzeiten durchgeführt. Dabei ist uns bewusst geworden, dass der Zuwachs für unsere Gemeinde mindestens 10-15 Jahre ganz ausbleiben wird, wenn wir so weiter wachsen wie bisher, weil wir momentan keine Jugendlichen und Teenager in unserer Gemeinde haben. Also haben wir uns gefragt, welche Bevölkerungsgruppe wir  in unserer Gesellschaft noch für Christus und die Gemeinde gewinnen können. Wir sehen, dass die Kolonie Volendam einen hohen Prozentsatz an Mischehen hat, wo noch viele ungläubig sind. Wir mussten uns fragen und entscheiden, ob wir eine multikulturelle Gemeinde sein wollen. Dadurch, dass durch die Heirat Mischehen in unsere Gemeinde kommen, ist es wichtig, dass wir ihnen mit dem Evangelium in ihrer Sprache entgegenkommen.

Uns war sofort bewusst, dass wir diese Gruppe nur erreichen können, wenn wir sie im Gottesdienst ganz Teil haben lassen, und dass sie den Gottesdienst in ihrer Sprache miterleben können. Das bedeutet für unsere Gemeindeglieder, an einem Gemeindesonntag im Monat an einem Gottesdienst in spanischer Sprache teilzunehmen, wo einige die Übersetzung ins Deutsche brauchen werden.

Als Gemeinde haben wir viel für diese Entscheidung gebetet und Gott ernsthaft nach seinem Willen gefragt. Wir glauben von Gott die Antwort bekommen zu haben, dass dieses der Weg ist, die ungläubigen Mischehen in unserer Kolonie für Christus zu gewinnen. Im Mai 2016 haben wir als Gemeinde dafür gestimmt und ab Juni 2016 jeweils am 1. Sonntag im Monat offiziell mit den spanischen Gottesdiensten angefangen.

Die Beteiligung variert sehr. Mal sind es mehr und mal weniger, aber immer sind Mischehen zugegen gewesen. Wir durften in diesem einen Jahr schon 2 spanische Gottesdienste mit Kindersegnungen durchführen.

Dadurch, dass es schon über 18 Jahre eine spanische Frauenarbeit gibt, die von Frauen  unserer Gemeinde angeleitet wird, sind gewisse Beziehungen schon im Vorfeld entstanden. Das trägt bestimmt dazu bei, dass diese Frauen dann auch zum spanischen Gottesdienst kommen.

Wir als Gemeinde sind eine sehr kleine Gruppe und dadurch auch eine kleine Mitarbeiterzahl. Wir sahen uns zum Teil überfordert, so ein Projekt durchzuführen, vor allem im Bereich des Gesanges. Gott hat da geführt und uns ein Ehepaar (Abram und Cordelia Rempel) kommen lassen, die uns im Predigtdienst, im Gesang, in der spanischen Gottesdienstgestaltung, im spanischen Hauskreis, bei Besuchen bei den Mischehen, usw. helfen.

Uns als Gemeinde tut dieser spanische Gottesdienst gut. Wir haben dadurch schon viel Segen empfangen und es spornt uns an, kreativ zu werden; nach neuen Wegen zu suchen; uns zu öffnen; aus unseren Gewohnheiten ein bisschen herauszukommen und vor allen Dingen,  Gott zu vertrauen. Es gibt aber auch sehr viele Herausforderungen, denen wir oft nicht gewachsen sind; deshalb bitten wir um eure Gebetsunterstützung.

Anton Sawatzky, Gemeindeleiter

Dieser Artikel wurde entnommen aus der Juli-August Ausgabe der Zeitschrift Gemeinde unter dem Kreuz des Südens (GuKS) welche herausgegeben wird von der Vereinigung der Mennoniten Brüder Gemeinden Paraguays. HIER die ganze Ausgabe lesen.