24Ago

Schwerpunkte meiner Dienstzeit

Mein Einstieg in die Vereinigungsleitung geschah eher ungewollt, doch sehr systematisch und es war den Umständen entsprechend auch eine Notwendigkeit. Als ich 2003 Gemeindeleiter in der MBG Filadelfia wurde, stieg ich auch gleichzeitig in den Ältestenrat ein und das gab mir die Gelegenheit, sowohl bei den Vorstasndssitzungen, wie auch bei den Ältesetenratsitzungen dabei zu sein. Es ergab sich, dass Heinz Dieter Giesbrecht zur selben Zeit Gemeindeleiter in der Filadlefia Ost MBG wurde und auch in den Ältestenrat kam, sodass wir viele Gelegenheiten hatten, uns über Gemeinde- und Vereinigungsarbeit zu unterhalten, sei es in Filadelfia oder auf den langen Reisen nach Asunción. Dieses führte auch dazu, dass wir beide immer mehr in diese Arbeit einstiegen und fast automatisch auch mehr und mehr Verantwortung übernahmen.
Anfang 2006 gab Victor die Leitung ab und dadurch befanden wir uns in der Lage, dass wir keinen klar definierten Exekutivdirektor hatten. Man hat versucht, sich die Aufgaben so gut wie möglich einzuteilen. 2006 übernahm Rudolf Plett die Vorstandsleitung und 2007 dann Erich Sawatzky. 2008 hab ich als Gemeindeleiter der MBG Filadelfia dann auch die Vorstandsleitung der Vereinigung übernommen. Mit Heinz Dieter hatten wir abgemacht, dass er die Vorstandsleitung vom IBA übernhemen würde und auf diese Weise haben wir uns gegenseitig unterstützt und vieles gemeinsam gemacht. Anfangs habe ich mir als vollzeitiger Gemeindeleiter gedacht, dass vier Sitzungen mehr in Asunción ja nicht ein großes Problem werden sollten. Ich musste sowieso nach Asunción zu diesen Sitzungen, dann könnte ich diese ja auch anleiten. Doch ich sah sehr bald ein, dass diese Arbeit mehr mit sich brachte, als nur die Vorstandssitzungen anzuleiten, zum einen, da wir ja keinen Exekutivleiter hatten. Ich bin viel nach Asunicón gefahren und merkte, dass ich als Vorstandsleiter viel Verantwortung für die ganze Vereinigung übernehmen musste.
Während meiner Zeit als Vorstandsleiter habe ich versucht, in folgenden 5 Schwerpunkten Fortschritte zu erzielen:
1. Zu Victors Zeit als Vereinigungsleiter ist vieles neu organisiert worden und gewachsen, besonders die Schulen. Ich sah meine Aufgabe darin, das was gewachsen war, so nah wie möglich an die Gemeinden zu bringen, damit diese sich unter anderem mit den Werken der Vereinigung identifizieren. Ich habe viel Zeit damit verbracht, monatliche Infoblätter vorzubereiten, welche an die Gemeindeleiter geschickt wurden, es wurden mehrere Berichte für die GuKS verfasst und bei den Gemeindebesuchen habe ich immer wieder über die Vereinigungsarbeit erzählt. Mit der Zeit war zu merken, dass all dieses eine positive Haltung der Vereinigung gegenüber förderte.
2. In den Jahren wo ich Vereinigungsleiter war haben wir versucht, Prozesse voranzutreiben und durchzuführen. Zum Beispiel, wurde das Statut der Vereinigung überarbeitet. Albert Friesen hatte in der vorherigen Jahren schon damit begonnen und ab 2008 nahmen wir diese Arbeit neu auf. Auf der Delegiertenkonferenz 2011 konnte dieses überarbeitete Statut angenommen werden. Ein weiterer Entscheidungsprozess war die Gutenberg Schule in Santaní. Als ich die Vorstandsleitung übernahm, hatten die Gemeindeleiter gerade entschieden, dem ganzen Projekt etwas mehr Zeit zu geben. So nahmen wir uns 2008 Zeit, es in den Gemeinden ausführlich zu präsentieren und durchzuarbeiten, bis man die klare Entscheidung treffen konnte, das Geplante umsuzsetzen. Die gleichen Prozesse mussten durchgemacht werden als es um die Gutenberg Schule in Campo 9 ging, den Kauf des Grundstücks für das IBA und später dann auch um den Bau des neuen Campus. Einige dieser Prozesse dauerten länger als andere, doch am Ende kamen wir immer mit Sicherheit an den Punkt, dass wir diese Dinge wirklich durchziehen wollten. Diese Sicherheit war später auch durch die Unterstützung der Gemeinden spürbar.
3. Ein weiterer Schwerpunkt für mich war, die Institutionen näher aneinander zu bringen, um diese somit zu stärken. Zusammen mit Holly Bergen haben wir den Rat der Schulleiter gegründet, welcher regelmäßige Sitzungen abhielt und unter anderem die Erziehungskongresse gestaltete. Weiter haben wir versucht, die Gemeinschaft unter den Gemeindeleitern der spanischen Gemeinden zu fördern, zum Beispiel, durch die jährlichen Rüstzeiten, und langsam enstand dadurch dann auch der sapnische Ältestenrat. In diesen zwei genannten Bereichen haben wir sehr positive Erfahrungen machen können.
4. Die Zusammenarbeit mit der Convención Hermanos Menonitas war mir auch von großer Wichtigkeit. Ein besonderes Ereignis, das sich hier ergab, war der Generationswechsel, der zu meiner Zeit stattfand. Die Pioniere der Vereinigung, die viele Gemeinden gegründet und mehrere Werke aufgebaut hatten, gaben immer mehr Verantwortung ab und nun mussten wir neue Wege finden, die Beziehung zur Convención aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Es wurden viele Gespräche geführt, aktuelle Themen angesprochen und gebetet.
5. Es wurden mehrere Dokumente und anderes Material in Buchform ausgearbeitet, wobei sich der Ältestenrat und Schulrat stark beteiligt haben. Es wurde ein Buch zur Erziehungsfilosofie herausgegeben, ein weiteres über die Missionstheologie und das interne Reglement wurde auch überarbeitet.
Wenn man von einer Sache begeistert ist und sich zur gleichen Zeit von einer Weiteren begesitern lässt, kommt man irgendwann an den Punkt, wo man sich für eine Sache entscheiden muss. So war das auch in meinem Fall. Während meiner Zeit als Vereinigungsleiter stieg ich immer mehr in die Leitung des Campus Gutenberg ein und habe 2019 dann die Vereinigungsleitung abgegeben.
Ich empfinde die Jahre, in denen ich Vereinigungsleiter war, als großen Segen, weil Gott es ermöglichte, dass die Projekte, die vor vielen Jahren begonnen wurden, weitergeführt und Fortschritte in den Formalisierungen gemacht werden konnten.

Theodor Unruh