19Nov

Worte des Vereinigungsleiters 06/2018

Im Jahre 1999 wurde ich als Delegierter für unsere Gemeinde ernannt und damit auch Mitglied der Asociación Hermanos Menonitas. Seit 2003 durfte ich aktiv in der Vereinigung mitarbeiten, erst in meiner Funktion als Gemeindeleiter der MBG Filadelfia und dann als vollzeitiger Vereinigungsleiter. In den vergangenen 20 Jahren habe ich in vielerlei Weise das Wirken Gottes in unserer gemeinsamen Arbeit erfahren. Als Vereinigung sind wir gewachsen und in den verschiedenen Arbeitsbereichen breiter und grösser geworden. Gott hat uns reichlich gesegnet und wir haben viel Grund dankbar zu sein. Wenn ich aber an die Zukunft denke, dann haben wir viele Herausforderungen. Ich möchte im Folgenden fünf davon erwähnen:

  1. Verstehen, was Gott von uns haben möchte

Für uns als Vereinigung wird es auch in der Zukunft eine Herausforderung sein, auf Gott zu hören und zu verstehen, was er uns sagen möchte. Wir haben in unserem Land viele offene Türen und viele Möglichkeiten, neue Arbeitsbereiche anzufangen. Es ist nicht immer so ganz einfach zu erkennen, ob wir durch die offenen Türen hindurchgehen sollen oder nicht. Wir sind immer wieder in der Gefahr, dass wir uns von unseren Gefühlen, den menschlichen Nöten, den Erwartungen der Mitmenschen oder von den Angeboten des Moments leiten lassen, statt gemeinsam solange auf Gott zu hören, bis wir ihn ganz klar verstanden haben.

  1. Die Einigkeit und Zusammenarbeit als Gemeinden erhalten

Eine zweite Herausforderung wird sein, die Einigkeit der Gemeinden zu bewahren. Wir leben in einer Zeit, wo jeder unabhängig sein möchte. Als einzelne Gemeindeglieder und als einzelne Gemeinden haben wir viele Projekte, die uns wichtig sind. Es ist vielfach auch einfacher meine eigenen Projekte durchzuführen, als die langsamen Prozesse in der gemeinsamen Arbeit abzuwarten. Je mehr wir unseren eigenen Projekten nacheifern, wenn die auch sehr gut sind, desto mehr schwächen wir unsere gemeinsame Arbeit. Gemeinsam können wir aber oft viel mehr machen. Unsere 57-jährige Vereinigungsgeschichte hat uns gezeigt, dass wir gemeinsam viel stärker sind, als jede Gemeinde für sich.

  1. Die enge Beziehung zwischen den Gemeinden und unseren Institutionen behalten

Unsere gemeinsamen Institutionen können leicht eine eigene Dynamik entwickeln. Leicht kann Mitarbeiter ausrüsten Worte des Vereinigungsleiters es passieren, dass sie sich von den Gemeinden distanzieren. Es wird auch in Zukunft eine ganz große Herausforderung sein, die Gemeinden und die Institutionen der Vereinigung ganz eng zusammenzuhalten. Wenn wir dieses nicht schaffen, werden unsere Institutionen wohl noch gute Sozialprojekte sein, aber nicht mehr evangelistische Werkzeuge der Gemeinden.

  1. Unsere spanischsprachigen Geschwister und Gemeinden in unsere Vereinigungsarbeit integrieren

In unseren Gemeinden haben wir immer mehr spanischsprachige Glieder. Dann haben wir auch über 20 spanische Tochtergemeinden, die zu unserer Vereinigungsfamilie gehören. Wir werden immer mehr zu multikulturellen Gemeinden und wir sind eine multikulturelle Gemeindefamilie. Vielfach fühlen sich unsere spanischen Geschwister aber noch nicht wirklich Teil der Vereinigung. Sie gehören dazu, sind aber nicht wirklich Teil davon. Werden wir es schaffen, sie voll in unsere Vereinigung zu integrieren? Wir haben in den letzten Jahren im Vereinigungsvorstand oft über diese Frage gesprochen. Wir haben bis jetzt aber noch keine ideale Lösung gefunden. In Zukunft müssen wir gemeinsam einen Weg finden, wie wir die Integration sinnvoll gestalten können.

  1. Unsere jungen Leute für die Vereinigungsarbeit motivieren

Es ist immer wieder eine Freude, wenn junge Leute mit Begeisterung in die Vereinigungsarbeit einsteigen, aktiv bei den Delegiertenkonferenzen dabei sind, bei Awake mitmachen, interkulturelle Erfahrungen machen oder Missionseinsätze im Rahmen der Vereinigung durchführen. In den vergangenen Jahren haben wir gezielt Möglichkeiten geschaffen, damit unsere jungen Menschen positive Erfahrungen in der Vereinigung machen konnten.

Für uns als Gemeinden wird es eine Herausforderung sein, unsere jungen Leute für die gemeinsame Arbeit zu begeistern und ihnen ganz gezielt den Wert der Vereinigungsarbeit zu zeigen. Nur so werden wir auch in Zukunft diese gemeinsame Arbeit machen können.

Ich wünsche uns als Vereinigung viel Mut und die Fülle des Geistes, um immer wieder die rechten Entscheidungen zu machen. Könnten wir auch in Zukunft gemeinsam unseren missionarischen Auftrag in Paraguay und über unsere Grenzen hinaus erfüllen.

Theodor Unruh, Vereinigungsleiter

Dieser Artikel wurde entnommen aus der November-Dezember Ausgabe der Zeitschrift Gemeinde unter dem Kreuz des Südens (GuKS) welche herausgegeben wird von der Vereinigung der Mennoniten Brüder Gemeinden Paraguays. HIER können sie die ganze Ausgabe lesen.