10Jul

Jenseits meines Tellerrandes – Eindrücke von der Jahressitzung ICOMB 2019 in Méxiko

Das, was in Paraguay die Vereinigung der Mennoniten Brüdergemeinden sein will, ist ICOMB im globalen Rahmen. Zu dieser internationalen Gemeinschaft von Mennoniten Brüdergemeinden gehören 21 nationale Verbände oder Konferenzen, die sich durch ein gemeinsames Glaubensbekenntnis verbunden wissen und sich gegenseitig darin unterstützen wollen, als Jünger Jesu missionarisch wirksam zu sein. Diese MB-Konferenzen kommen aus Afrika (Kongo, Angola), Asien (Indien, Thailand, Japan), Europa (Deutschland, Österreich, Portugal, Litauen), Nordamerika (USA, Canada) und Lateinamerika (Kolumbien, Brasilien, México, Uruguay, Perú, Panama und Paraguay). Herausfordernd ist auch die Tatsache, dass man momentan mit rund 20 weiteren, durch die Missionsarbeit entstandenen Konferenzen im Gespräch ist, die sich ebenfalls ICOMB anschließen möchten.

Vom 29. Mai bis zum 2. Juni 2019 tagte im Centro Mateo, einer MBG-Jüngerschaftsschule in der Nähe der mexikanischen Stadt Guadalajara, die Jahresversammlung 2019, zu der die Leiter der Trägerkonferenzen und andere Gäste, insgesamt etwa 50 Personen, eingeladen waren. Ich durfte unsere Vereinigung auf dieser Sitzung vertreten, da wir momentan keinen Exekutivdirektor haben.

Unsere theologischen Werte im Rahmen von ICOMB lassen sich wie folgt zusammenfassen: Jesus Christus soll Mittelpunkt unseres Glaubens sein, die Gemeinde soll der verbindliche Rahmen unserer Gemeinschaft sein und Versöhnung soll im Zentrum unseres alltäglichen Lebens stehen. Auf diese Weise wollen wir eine missionale Glaubensfamilie sein.

Der Auftrag von ICOMB soll darin bestehen, Geschichten, Bedürfnisse und Ressourcen im Rahmen der weltweiten Glaubensfamilie zu teilen. Spezifisch wurden folgende Arbeitsbereiche genannt: Vitalität und Wachstum der Konferenzen, integrale Begleitung von Pastoren und Konferenzleitern, Training von Leitern, Förderung von Jüngerschaft und Mission und Orientierung in theologischen und ethischen Fragen.

Die Arbeit von ICOMB wird von einer Exekutive geführt, zu der folgende Personen gehören: Rudi Plett (Exekutivdirektor seit Juni 2018), Emerson Cardoso (Vorstandsvorsitzender), Darío Ramírez (stellvertretender Vorstandsvorsitzender, wurde auf dieser Sitzung gewählt), Ed Boschmann (Kassierer, wurde für einen weiteren Termin bestätigt), Victor Wiens (verantwortlich für die Beziehung von ICOMB mit neuen Konferenzen. Und gemeinsam mit Doug Heidebrecht verantwortlich für die Erstellung eines Training Programms für Leiter) und Gary Wall (Promotor von ICOMB in den USA, wurde auf dieser Sitzung in dieser Funktion eingesetzt). Von der Exekutive aus arbeitet man an einer strategischen Planung für ICOMB. Auf dieser Jahresversammlung haben wir dazu wichtige Gedanken, Vorschläge und Beobachtungen gesammelt.

Meine persönlichen Eindrücke von dieser ICOMB Jahresversammlung lassen sich wie folgt auf den Punkt bringen:

1.Wir sind sehr unterschiedlich, was den kulturellen Kontext, Bildungsstand und die Gemeindekultur betrifft, aber sehr einig in der Überzeugung, dass wir das Evangelium in Wort und Tat bezeugen wollen. Ich empfand, dass in unserem Miteinander ein Geist der Erweckung weht, was sich vor allem darin äußert, dass einige Gemeinden zahlenmäßig schnell wachsen, dass große Anstrengungen im Bereich der Mission gemacht werden und dass man auch einen Hunger nach dem Wort Gottes und bibelgegründeter Lehrer verspürt.

  1. In unserer Gemeinschaft der Verschiedenartigkeit empfand ich viel geschwisterliche Nähe und Wärme. Aufeinander zu hören, miteinander auszutauschen, den anderen in Demut höher zu achten als sich selbst, einander die Füße zu waschen und das Abendmahl zu feiern und überhaupt ein Zimmer miteinander zu teilen und die Tischgemeinschaft mit einfachem Menü zu genießen, das waren sehr inspirierende Erfahrungen.
  2. Auch Konflikte und Spannungen, Verletzungen und Tränen kamen offen zum Ausdruck. Aber gerade diese bildeten die Bühne dafür, wie Gottes Geist Versöhnung, Erkenntnis und Wiederherstellung von Beziehungen bewirkte. Aber darum musste auch sehr offen und konkret gerungen werden und Probleme wurden konkret beim Namen genannt und eben nicht vergeistlicht. Gott die Ehre dafür.

4.Unsere Konferenzen in Lateinamerika haben momentan einen starken Einfluss in ICOMB, wenn man sich beispielsweise die Zusammensetzung der Exekutive ansieht. Aber es geht dabei weniger um Machtverhältnisse als um Vertrauen und gabenorientiertes Dienen. Gott schenke Gnade dazu!

Es war für mich eine besondere Gelegenheit, dieses alles mitzuerleben. Und ich würde jedem unserer Gemeindemitglieder wünschen, auf so einem Treffen dabei zu sein. Im nächsten Jahr tagt die Jahresversammlung der ICOMB voraussichtlich in Brasilien. Vielleicht können dann einige mehr von uns mitmachen!

Heinz Dieter Giesbrecht

Dieser Artikel wurde entnommen aus der Juli-August Ausgabe der Zeitschrift Gemeinde unter dem Kreuz des Südens (GuKS) welche von der Vereinigung der Mennoniten Brüder Gemeinden Paraguays herausgegeben wird. HIER können sie die ganze Ausgabe lesen.